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Steilwandtreffen

Einmal im Jahr ist es soweit, das Fahrvergnügen in der Schräglage!

Die aktuelle Veranstaltung  findet am 23. Juli 2011 statt. Alles über das diesjährige Reglement ist im Forum unter News und Ankündigungen nachzulesen.

Gellender hochtouriger Zweitaktsound und ölgeschwängerte Abgase durchziehen die Luft der Bielefelder Radrennbahn. An diesem Tag wird dort nicht um die Wette gestrampelt, jetzt haben heiße Mopedmotoren mit 50 oder 80 Kubik das Sagen. Ein Schnapsglas voller Rennseligkeit.

An diesem Wochenende haben die Fahrer die Möglichkeit in der 333 Meter langen Zement-Ovalbahn zu fahren. Die Rennbahn hat Steilwandkurven von 49 Grad und eine Bahnbreite von bis zu zwölf Metern, die es zu erklimmen gilt. Es ist mal wieder die Gelegenheit die Maschinen artgerecht zu bewegen. Die Akustik der hochdrehenden 50ccm Triebwerke in dem Zementoval allein ist schon ein Genuss !

Eingeladen ist alles, was seinerzeit in den 60er bis 80er Jahren mit einem Hubraum von 50 bis 80 ccm die Straßen unsicher machen durfte. Rechtzeitige Voranmeldung sichert die begehrten Startplätze. Und ob nun aus Bielefeld, Herford, oder auch aus weiter entfernten Regionen und dem benachbartem Ausland, viele Mopedisten lassen sich nicht lumpen und sorgen für ein volles Starterfeld!

Es ist erstaunlich welche Vielfalt unterschiedlicher Fahrzeuge dort jedes Jahr aufs neue zu sehen ist. Schon fast vergessene Mopeds von Kreidler, Hercules, Zündapp, aber auch seinerzeitige Exoten wie Puch, KTM, Honda oder Suzuki sind dabei. Aber tonangebend im wahrsten Sinne des Wortes sind natürlich Fahrzeuge heimischer Fahrzeughersteller.

Vor der Kür steht die Pflicht und so müssen die Fahrer genau wie auf einer richtigen Rennstrecke an einer Fahrerbesprechung teilnehmen und ihre Fahrzeuge durch den TÜV abnehmen lassen. Wie sieht’s mit Bremsen, Kettenspiel, Reifenqualität, Lenkkopf- und Schwingenlagerspiel aus? Den Reifenluftdruck um 0,3 bis 0,5 bar erhöht? Alles klar! Ok, dann kann es losgehen, Sicherheit geht eben vor!
Gentleman, start your engines! Den Motor an, den Gang rein, kurzes Durchatmen, Mut fassen, den inneren Schweinehund besiegen, dann ordentlich Drehzahl und die Kupplung kommen lassen und schon geht es rauf ins Rennoval.

Gefahren wird entweder in voller Ledermontur mit allen Protektoren gekleidet oder dem sommerlichen Wetter entsprechend in Jeans, T-Shirt und Turnschuhen. Erlaubt ist, was gefällt. So war es damals auch, so soll es heute sein!

Erst einmal gestartet, kann jeder nach seiner  Fasson entweder cruisen oder es richtig glühen lassen. Rücksichtnahme und kein unnötiger Spurwechsel sind von nun an oberstes Gebot. Die Mutigsten schaffen es bis an den oberen Rennstreckenrand. Windschatten wird ausgenutzt, der Schwung mitgenommen, den richtigen Moment zum Überholen abgewartet Flachliegend auf dem Tank, den Kopf runter, geht es mit Eifer voran, das Gas immer bis zum Anschlag, den Schieber weit aufgerissen, Fossile Brennstoffe abfackeln und dazu mal wieder so richtig wild und frei sein wie damals. Einige Teilnehmer schenkten sich so gegenseitig ordentlich ein.

Der richtige Spaß will erst so ab 60 bis 70 Km/h aufkommen, die Zentrifugalkraft presst einen in die Bahn und so erstaunt es nicht, das auf wundersame Weise einige schnelle Mokicks von hinten auf manches Kleinkraftrad auflaufen.

Viele Zuschauer stehen auf den Tribünen und bewundern die tollkühnen Fahrer ihrer Mopeds.

Dies ist genau der Moment, wo bei vielen Jugendträume wieder wach werden, denn so manch einer hat damals zwischen 16 und 18 ein solches Moped oder Kleinkraftrad voller Stolz sein Eigen genannt. Das waren noch Mopeds aus Metall und Chrom mit Seele und Charakter und keine billigen Einwegplastikartikel aus dem Baumarkt. Wenn Papa dann noch zu seinem Filius erzählt, das er schon damals auf dem Moped die Mama nach der Schule nach Hause gebracht hat, kommt auch die Mama wieder in`s Schwärmen. Schöne Teenager- Zweitakt- Zeit.

Wenn dann spät am Abend die Sonne hinter den alten Bäumen der Bahn verschwindet und ein wundervoller Tag unter Gleichgesinnten zu Ende geht, sind sich alle einig, kommendes Jahr sehen wir uns wieder wenn die Zündappfreunde Interessengemeinschaft zum Steilwandtreffen einlädt!

 


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